Zeige dich im Business stolz und selbstbewusst – du hast viel zu bieten!

Gastautor des Artikels: Stephan Raif

 

Wir sind in den 60gern und 70gern aufgewachsen, haben unsere Jugend in den bunten 80gern verbracht und sind seit den 90gern im Job. Wow! Wenn ich mir das selbst ins Gedächtnis rufe, dann merke ich erst, was wir bereits alles erlebt haben. Vom Kalten Krieg über die Maueröffnung bis zu einem beängstigenden Trump‘schen Stil der Weltpolitik. Vom ersten Walkman bis zu Spotify, vom Opel Kadet bis zum Tesla, von der Kugelkopfschreibmaschine bis zum Tablet.

Das ist erlebte Geschichte!

Und wir sind alle noch voll da – mitten in der Gesellschaft, mitten im Arbeitsleben. Wir verfügen über eine Menge Erfahrung, haben einige Jobs, womöglich verschiedene Berufe hinter uns und stehen jeden Tag ganz selbstverständlich und zuverlässig unsere Frau und unseren Mann.

Als ich Marketing studierte, wurde die „werberelevante“ Zielgruppe bei 16 – 49 Jahren festgelegt. Daran hielten sich lange Zeit viele Werbungtreibende. Heute ist das anders. Wir Babyboomer haben die Kaufkraft in Deutschland, wir sind die meisten und wir machen Meinungen.

Heute läuft es durch die Digitalisierung und eine Jugend, die tendenziell im Überfluss aufgewachsen ist, anders als früher. Wir haben das längst wahrgenommen und schwimmen mit. Doch wir stellen fest, dass unsere Kunden und Führungskräfte jünger werden, verglichen zu uns. Mir geht es oft so, dass meine Auftraggeber schon beinahe meine Kinder sein könnten.

Doch wir haben viel zu sagen. Wir wissen, wie das Leben funktioniert. Wir haben alle schon Erfolge gefeiert und Tiefschläge eingesteckt. Wir haben Kinder erzogen, führen jahrzehntelange Freundschaften und können noch Postkarten schreiben. Wir alle sind schillernde Persönlichkeiten. Trotzdem haben wir manchmal das Gefühl, so langsam abgehängt zu werden.

 

Nutze deine Persönlichkeit als Marke

Abgehängt? Wir? Das ist aber Quatsch! Denn wir haben viel zu sagen. Und das sollten wir auch tun. Damit beschäftige ich mich hauptsächlich in meiner Selbständigkeit – anderen zu helfen, von sich und ihrem Expertentum zu berichten. Diese Form von Kommunikation wird im modernen Marketingdeutsch „Personal Branding“ genannt.

Im Unterschied zu „ich erzähle einfach mal so, was ich gemacht habe und heute kann“ hilft Personal Branding dabei, sich seiner selbst und seiner Stärken sehr bewusst zu sein. Wer von uns könnte aufs Geradewohl in ein paar ganz wenigen Begriffen beschreiben, wie wir „ticken“, worin wir richtig gut sind und was das welchen Menschen durch unsere Arbeit wobei hilft?

Genau das sind Markenattribute, die für Produkte, Dienstleistungen und Unternehmen im Marketing seit vielen Jahrzehnten genauestens konzipiert und kommuniziert werden. Für Coca-Cola genauso wie für deine Auto- oder Joghurtmarke. Man nennt das eine „marketingwissenschaftliche Markenbeschreibung“. Sie besteht im Wesentlichen aus den Markenkernwerten (Charakter der Marke), der Positionierung (der Spezialisierung), dem visionären Ziel (unser beruflicher Polarstern) und der Markenstory (einer werblichen Kurzvorstellung).

Damit beginne ich mit meinen Persönlichkeiten gerne – die gemeinsame Erarbeitung der Markenbeschreibung.

 

Warum um Himmels Willen soll ich anderen von mir erzählen?

Ich habe mich längst daran gewöhnt, weil ich in meinem Marketingberuf oft von mir erzählen musste. Auch habe ich Social Media von den Kinderschuhen bis heute aktiv mitgestaltet und erlebt. Doch weiß ich, dass es für manche befremdlich ist, medial von sich zu erzählen. Früher hätten wir gesagt – das ist ein Wichtigtuer oder gar Angeber. Die gibt es immer noch zuhauf, auch im Internet. Gefragt ist eine andere Art von Kommunikation, die jede(r) von uns kann.

Social Media hat unsere Kommunikation komplett umgekrempelt. Das betrifft die Form, wie wir miteinander „reden“ (man denke nur an WhatsApp) bis zur eigentlichen Selbstdarstellung, die heute fast ganz normal ist. Nur für uns nicht.

Social Media ist überall in der Gesellschaft angekommen und wird uns bleiben. Wir müssen uns darauf einstellen und können die vielen Vorteile dieser Kommunikation für uns nutzen. Denn durch Social Media gibt es keine „Sendehoheit“ mehr. Das bedeutet, dass jeder von uns beinahe beliebige Medien aufbauen und nutzen kann: Websites, Blogs, Podcasts, Videos … Das funktioniert gerade mal seit 10 Jahren so einigermaßen.

Entsprechend viel wird „gesendet“. Es herrscht ein völliger Überfluss an Informationen, dank des Internets. Das ist toll und gleichzeitig ein Problem. Auf der einen Seite können wir beinahe alles durch wenige Suchanfragen im Internet herausfinden, auf der anderen Seite wissen wir nie, was wahr und nicht wahr ist.

 

Vertrauen, Werte, Authentizität

Durch den leichten, hierzulande (zum Glück) unzensierten Zugang zum Internet, kann jeder alles verbreiten. Es kommt heute darauf an, eine Spürnase für die Wahrheit zu entwickeln. Das ist besonders wichtig für Menschen, mit denen wir arbeiten und uns näher beschäftigen wollen.

Deshalb bekommt Personal Branding als eine authentische und werteorientierte Form der Selbstvermarktung eine echte Relevanz. Wir als Experten brauchen das Vertrauen unserer (künftigen) Kunden, mit uns Geschäfte zu machen. Vertrauen ist etwas, das ich erst verschenken muss – dann erhalte. Das funktioniert auch online.

 

Wir vertrauen Menschen, die wir kennen. Darum geht es beim Personal Branding – uns mit all unseren positiven Facetten zu zeigen und bekannt zu machen. Dazu gehört unser Charakter (die Markenkernwerte) und unsere Fachexpertise (die Positionierung). Klingt kompliziert, ist aber ganz einfach. Wir müssen nur so sein, wie wir sind. Und unser Fachwissen ein Stück weit teilen. Dieses Fachwissen ist unser Vertrauensvorschuss, den wir unseren Lesern, Zuhörern, Zuschauern oder Teilnehmern schenken. So werden wir als Person und als Experte bei unseren „Followern“ bekannt – was im Laufe der Zeit zu einem Vertrauen führt und uns andere die Fachexpertise glauben.

 

Wissen verschenken?

Mancher unter uns kommt vielleicht ins Grübeln, wenn wir unser mühsam erlerntes Fachwissen teilen sollen. Doch das ist die einzige Möglichkeit, einen Beweis unseres Könnens, unserer Methodik und unserer Erfahrung anzutreten. Wird das geteilte Wissen von unserer Zielgruppe als wertvoll bewertet, so bleiben sie aufmerksam und lesen gerne, was wir zu sagen haben.

Natürlich verraten wir weder Geschäftsgeheimnisse noch geben unser komplettes Wissen heraus. Doch Appetizer, quasi als Grüße aus der Expertenküche, haben sich immer bewährt.

 

Wie werde ich eine Marke?

Werden? Du bist längst eine. Es geht nur darum, dich als Typ, Experte/Expertin und Problemlöser/in zu erkennen und zu beschreiben. Das ist etwas knifflig, wenn du es für dich selbst machst. Doch zum Einstieg frage ein paar Kollegen und Kunden, was diese für eine Einschätzung dir gegenüber haben. Das bringt dich schon ein wenig weiter, vor allem wenn sich die Nennungen häufen. Ergänze das Ganze mit deinen eigenen Wahrnehmungen und so ergibt sich eine Tendenz, die stimmig ist.

Die Eigenschaften und Stärken, die du so herausfindest, darfst du in deiner Kommunikation zeigen. Für neugierige, aufgeschlossene, kontaktfreudige Menschen bedeutet das, diese Eigenschaften so in der Kommunikation darzustellen, dass andere das erkennen können. So kommunizierst du auf eine authentische Weise. Außerdem ist es ungeheuer wichtig, sich zu positionieren:

„Was tust du für wen?“

 

Und Achtung! Finde eine Positionierung für dich, die dich als echten Experten ausweist und zähle bitte nicht alles auf, was du kannst und kennst. Je enger die Experten-Nische ist, die du definierst, desto interessanter wirst du für deine Zielgruppe. Mir ging das genauso, als ich mich vom „Schweizer Taschenmesser des Marketings“ (ich kann wirklich viel!) zum „Experten für werteorientiertes Personal Branding“ festgelegt habe. Endlich war ich für meine Zielgruppe klar zuzuordnen und ich bekam mit der Zeit interessante Anfragen.

Personal Branding ist ein weites Feld und ich hoffe, ich konnte dir die Türe etwas aufstoßen. Wenn du mehr darüber wissen willst, findest du viele Informationen darüber auf meiner Website. 

 

Über den Autor:

Du bist als Persönlichkeit einzigartig. Nutze dein Talent und Wissen, um noch erfolgreicher zu werden.

Stephan Raif // personal brands unterstützt Selbständige, Unternehmer und Intrapreneure durch seine erlebbare Markenmethodik in deren authentischen, werteorientierten Selbstvermarktung – um eine starke Markenpersönlichkeit aufzubauen und zu pflegen.