Schamane Gerhard Zirkel: Der, der mit der anderen Welt spricht

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 Autorin des Artikels: Ulrike Parthen
Titelfoto: Gerhard Zirkel

 

„Mama, der Gerhard will nicht mit mir spielen!“ Thomas zieht dabei genervt die rechte Oberlippe hoch, als er das sagt. Die Mutter von Thomas, eine adrett gekleidete Dame Mitte dreißig, ist entrüstet. Ein Junge, der ablehnt, mit ihrem Klein-Tommy zu spielen? Findet sie komisch, daher spielt Thomas künftig nur noch mit Paul.

Dem 10-jährigen Gerhard ist das ganz recht. Er beschäftigt sich sowieso lieber mit seinen Legos und beamt sich dabei geistig, bildlich, gedanklich wie in Trance in eine andere Welt. Dafür braucht er keinen Thomas und auch sonst niemand – denn während er die Legos zusammenbaut, ist er mit allen Sinnen dort. Keiner, der nervt und alles ziemlich cool mit Bäumen, Blumen, verschiedenen Menschen und sogar fremdartigen Wesen. Mit denen quatscht er alles Mögliche, ohne dass dabei auch nur ein Laut über seine Lippen kommt.

Da soll noch mal einer behaupten, Jungs bzw. Männer seien nicht multitaskingfähig. Von wegen! Gerhard unterhält sich spielend leicht gleichzeitig mit allen: beispielsweise mit dir hier und irgendjemandem dort. Das ist alles andere als komisch, sondern eine kleine Sensation, was er als Kind so natürlich nicht kapiert. Es sollte noch lange dauern, bis es dahingehend bei ihm schnackelt – und er mit dieser Fähigkeit sogar einem Säugling das Leben rettet …

 

Ein Junge, ein paar Legos und die andere Welt

Doch zurück in die Realität und Gerhards Kinderzimmer. Links das Bett, rechts der Kleiderschrank. Dazwischen eine Menge Platz für hunderte von Legosteinen. Und die sind meistens überall auf der Erde verstreut. Dazwischen irgendwo der Gerhard in seiner blauen Jogginghose und geringelten Socken. Er mag geringelte Socken. Dafür hat er keine Ahnung, wie sich echte Freude anfühlt. Also das Gefühl innendrin von Rambazamba-Purzelbaum in Herz und Seele.

Weil so ganz ohne Freude jeder Mensch, auch ein 10-jähriger Junge, irgendwann verrückt wird, hat sich Gerhard etwas einfallen lassen. Wobei man das so nicht sagen kann, da das bei ihm vollautomatisch geht. Zack und weg ist der Gerhard in der anderen Welt. Ähnlich wie Mister Spock – mit dem Unterschied, dass Gerhard immer noch auf dem Kinderzimmerboden sitzt, während der Star Trek-Commander nach dem „Zack“ auch körperlich woanders ist.

Jedenfalls fühlt sich Gerhard in diesem Parallel-Universum unfassbar wohl. So gesehen, hält sich Gerhard meistens an zwei Stellen gleichzeitig auf. Und das soll ihm erst mal einer nachmachen. Leider ist dieses Phänomen von außen nicht so leicht zu durchschauen. Sonst hätte die Mutti von Thomas große Augen gemacht. Tja, da hat sie jetzt halt Pech.

 

„Was ist mit diesem Kind los?“

Das fragt sich inzwischen auch Gerhards Lehrerin. In der Schule sitzt er artig auf seinem Stuhl, macht nie jemals Ärger. Dafür wird er auf andere Weise ‚auffällig‘: Er wirkt oft abwesend, guckt sie mit großen Augen an und reagiert teils zeitverzögert.

„Gerhard, ich habe dich etwas gefragt!“ Ihr Tonfall wird eine Tonlage schriller, da sie nach zweimaligem Fragen immer noch keine Antwort von ihm bekommen hat. Damit kriegt er erneut seinen gewohnten Stempel ab, der lautet: „Sonderbar, abwesend, hat keine Lust, will mich ärgern.“

Das stimmt zwar ganz und gar nicht – aber wenn das alle behaupten, wird es wohl so sein, denkt sich Gerhard und findet sich selbst inzwischen auch komisch. Daher versucht er immer alles haarklein zu machen, wie andere das von ihm erwarten. Seine Antennen riechen quasi diese Erwartungen schon auf drei Kilometer Entfernung, bevor sie jemand aussprechen muss.

 

Kurzer Zeitsprung, jetzt wird’s interessant (Mädchen und so)

Äh, was, bitte? Keine Ahnung, was das soll, denkt sich Gerhard. Lieber mal nicht, sonst wird’s wieder kompliziert. Seine Schulkameraden stehen also an den gängigen Teenietreffpunkten, knutschend mit einem Mädchen im Arm. Er umarmt indes das Lenkrad seines Rads. So fährt er stundenlang durch die Gegend, da er sich dabei wieder so schön in die andere Galaxie switchen kann. Als Schlecht-Wetter-Alternative müssen Schiffsmodelle herhalten – sozusagen die Legosteine für Erwachsene, die dafür auch prima geeignet sind.

Eine Ausbildung steht an. Jo, Chemielaborant hört sich ganz gut an. Mach ich! Klappt richtig gut und Gerhard fängt mit den Jahren an, die Karriereleiter emporzuklettern. Wenn da mal nicht diese Leere in ihm wäre. Mangel, nichts als Mangel in jeder Pore von ihm – außer, wenn er in der anderen Welt ist. Bis ein weibliches Wesen dann doch eines Tages das schafft, was bis dahin selten jemand schaffte: ihn emotional von den Socken zu hauen. Sarah – Seelenverwandte, Begleiterin, Unterstützerin, spätere Ehefrau. Von da ab immer an seiner Seite.

Samstagnachmittag, Gerhard sitzt am Esstisch, links eine Tasse duftenden Kaffee neben sich, davor die Regionalzeitung ausgebreitet. Mal gucken, was los ist hier in der Gegend. Auf Seite 10, direkt unter dem Bericht der freiwilligen Feuerwehr, springt ihm in einer Anzeige das Wort ‚Feng Shui‘ entgegen.

Damit ist für Gerhard die Sache klar – ich werde Feng-Shui-Berater.

Nächste Frage: Wo kann ich das lernen? Wobei das in Gerhards Fall reine Formsache ist, da er die Wirkungsweise auf einer anderen Ebene längst versteht, ohne dass ihm das jemand zeigen müsste. Diese Tatsache lässt denn Groschen jedoch immer noch nicht fallen. Mach hinne, Gerhard, sonst dauert das mit der Erleuchtung ja bis zur Rente.

 

Annäherung in Richtung Schamanen-Aha-Effekt

Gerhard fällt irgendwann auf, dass er sich durch Feng Shui einer Sache annähert, von der er noch nicht genau beschreiben kann, was es genau ist. „Hey Gerhard, wie wirkt dieses Feng Shui?“, wird er ständig gefragt. Jetzt erklär mal etwas, das für dich sonnenklar ist, aber kein Mensch zu verstehen scheint – egal, in welchen Worten du das verständlich machen willst.

Nächste wichtige Erkenntnis: Es gibt Tatsachen zwischen Himmel und Erde, die man einfach nicht erklären kann.

 

So langsam wird’s. Gerhard steht kurz vor dem Erkenntnis-Ziel.

Dazwischen biegt er parallel ein paar Jahre ins Online-Marketing ab. Reine Verzweiflungstat in puncto Einkommen, denn Feng Shui läppert so dahin. Wen wundert’s, da auf der Ziellinie ja ganz was anderes steht, und da soll der Gerhard ja hin.

Eines Morgens. Gerhard erwacht mit einer unfassbar schlechten Laune und hat keine Ahnung, warum.

Er grummelt vor sich hin und könnte platzen vor Wut. Wohin damit? Da hat Gerhard so seine eigenen Ideen. Er setzt sich ins Büro, klappt seinen Laptop auf und fängt an, einen Roman zu schreiben. Wo andere lange überlegen müssen, fließt es nur so aus ihm heraus. Das Thema, naja, etwas schwer.

Die Story handelt von einem Pharmavertreter, der überall nur ausgenutzt wird. Irgendwann landet er in Bali, findet sich in heftigen Verschwörungs-Szenarien wieder und stirbt am Ende. Einigermaßen grausam. Im Grunde und in diesem Falle kein großes Drama, wenn man bedenkt, wie es zuvor all die Jahre in Gerhard ausgesehen hat.

 

Showdown!

Wieder sitzt Gerhard da und liest. Dieses Mal auf dem Sofa, Laptop auf dem Schoß. „Schamane“ steht dort in einem Bericht. Dieses eine Wort reicht schon und er weiß Bescheid. Was das ist, wie es wirkt, um was es im Detail geht. Damit hat er endlich eine Erklärung gefunden für seine andere Welt, für sich selbst, seine „komischen“ Fähigkeiten und sein Leben. Ging dann glücklicherweise doch schneller als gedacht mit dem Aha-Effekt. Gut für ihn und auch für die Menschen, denen er damit helfen wird.

„Ich bin jetzt halt mal Schamane“, ist jedoch nicht so der gängige Weg, den sich Gerhard nach dem Aha vorstellen kann. Erkenntnis hin oder her. Zunächst braucht er einen Beweis. „Haha“, klingt es aus der anderen Welt. Als ob es dafür noch Beweise braucht.

Seine Beweisführung sieht vor, ein Wochenend-Seminar zu besuchen. Es ist Sommer, die Sonne strahlt mit Gerhards inzwischen sehr guten Laune um die Wette. Er startet in Richtung München zu einem Schamanen-Ehepaar, die ihn und weitere 4 Teilnehmer in die geistige Welt heranführen. Dabei bemerkt Gerhard erstaunt: „Das kenn ich ja alles schon seit Kindertagen.“

Fühlt sich für ihn an, wie nach Hause kommen. Welcome home, Gerhard.

Der Alltag geht erleuchtet weiter. Leider dennoch mit Online-Marketing als Einkommensquelle, da hilft auch der Aha-Effekt nichts – zunächst jedenfalls. Kleines Problem, denn so kann’s ja nicht weitergehen, das ist Gerhard bewusst. Die Frage lautet ergo:

„Was mache ich jetzt? Eine Trommel bauen!“

Ja, manchmal sind die Antworten auf die Fragen des Lebens herrlich einfach. Da er selbst keine Ahnung hat, wie das geht, braucht es einen Lehrer. Also muss Google es richten und diesen Lehrer liefern. In Dietramszell wird Gerhard fündig. „Cool“, denkt er sich. „Da wollte ich schon lang mal wieder hin!“, Großmutter hat da früher auch gewohnt, und an die hat er nur gute Erinnerungen. Dietramszell ist hiermit gebont.

Das Haus, in dem das alles stattfinden soll, ist kaum zu übersehen Zum einen, da der Ort relativ überschaubar ist. Zum anderen sticht es optisch sofort heraus. Wie eine Sonnenblume in einem Rosenfeld. Oder eben wie ein Holzhaus im beschaulichen bayerischen Dietramszell. Alles vom Hausherrn mit eigener Manneskraft und Schweiß gebaut, total urig und schön.

Und so hält Gerhard bald schon seine erste selbst gebaute Trommel in den Händen. Dabei soll es nicht bleiben.

 

Wo eine Trommel ist, ist die Schamanen-Ausbildung nicht weit

Ja, so etwas gibt es auch. Nicht, dass ihm das jemand lernen müsste, so wie Fahrradfahren oder Mathe. Ne! Der liebe Gott oder wer auch sonst immer dafür verantwortlich ist, hat sich vielmehr gedacht: „Och, der Gerhard ist wie dafür geschaffen“, und legte ihm dieses Päckchen von Geburt an mit in die Wiege. So etwas zu ‚können‘ und es wiederum für andere Menschen anzuwenden, um ihnen damit zu helfen, sind jedoch zwei Paar Schuhe. Genau das bringt man ihm in der Ausbildung bei, die ziemlich intensiv wird. Damit ist Gerhard endlich angekommen im Leben.

Und auch wenn Gerhard nun ein Schamane ist, sieht er genauso aus wie du und ich!

Läuft also eher selten mit Lederläppchen bekleidet wie die Ureinwohner von Neu-Guinea herum. Auch wohnt er in einem anständigen Haus, so richtig mit fließend Wasser und Strom. Im Grunde ist Gerhard erschreckend normal, auch wenn manche jetzt vielleicht erwarten, ein exotisch spektakuläres Wesen anzutreffen. Oder anders gesagt: Von außen sieht man rein gar nichts von dem Schamanen.

Von innen wiederum kannst du das kaum übersehen, nur können wir da ja nicht reingucken. Besser so, denn manchmal geht’s in der geistigen Welt ab wie Harry. Toll also, wenn Gerhard das für uns übernimmt und auch noch Spaß dabei hat.

Zwei Jahre ziehen ins Land, in denen Gerhard mit sich selbst und der Ausbildung beschäftigt ist. Dann kommt der große Moment: Der erste Klient steht vor der Tür. Nach außen wirkt Gerhard ruhig wie immer. Insgeheim jedoch ihm das Herz klopft bis zum Hals und er stellt sich 1001 Fragen: Mache ich wohl alles richtig? Kann ich diesem Menschen wirklich helfen?

 

Einige Jahre weitergespult. Gerhards Wirken hinterlässt Spuren.

In seinem Leben und auch in dem seiner Klienten. Schon schön, endlich zu wissen, dass man nicht ‚komisch‘ ist, sondern einzigartig in seinen Fähigkeiten und sein Leben ganz danach leben kann. Ein Tag im August, Gerhard genießt das Wochenende mit Sarah und den Kindern. Es gibt viel zu tun: Holz hacken für den Winter, im Garten arbeiten usw. Da klingelt es an der Tür.

„Gerhard, du musst bitte sofort helfen. Mein Enkel liegt auf Intensiv. Sieht nicht gut aus.“

Er lässt alles stehen und liegen und kümmert sich um das 9 Monate alte Baby. Dabei taucht er in die andere Welt ab. Oh nein! Dort drüben sieht er ihn schon lauern. Den Tod, der seine Hände gierig in Richtung des Kindes streckt. Aber nicht mit einem Schamanen!

„Du nimmst ihn nicht mit!“
„Oh doch, ich hol ihn mir!“
„Nein, du nimmst ihn auf keinen Fall mit!“

So der Kampf der Giganten auf geistiger Ebene. Ein ständiges Ping-Pong und sehr anstrengend für Gerhard. Aber mit dem Tod setzt man sich halt nicht mal fix an einen Tisch, trinkt gemeinsam ein Bierchen und diskutiert die Sachlage. Da muss er schon sein ganzes Können beweisen.

Zwei volle Tage und Nächte lang kämpft Gerhard für den Kleinen. Mit Erfolg!

Zwei Tage später hüpft der bereits wieder quietschfidel durch die Gegend. Großes Fragezeichen bei den Ärzten. Große Dankbarkeit bei Eltern und Großeltern. Glückseligkeit bei Gerhard – in diesem besonderen Moment und so vielen weiteren in seinem Leben als Schamane. Und wenn du jetzt neugierig geworden bist auf Gerhard und sein Wirken, findest du auf seiner Website viele spannende Infos.