Zuckersucht loswerden – ein Selbstversuch mit Happyend

 

Autorin des Artikels: Ulrike Parthen

Kein Tag ohne Schokolade. Ohne ging das bei mir jahrzehntelang nicht. Das wollte ich ändern, meine Zuckersucht loswerden und startete einen Selbstversuch. Das fand mein Körper anfangs nicht lustig und rebellierte. Aber nur kurz. Dann war die Zuckersucht Geschichte.

Rückblick:

Diesen berühmten Nuss-Nougat-Aufstrich kennst du? Der ist besonders fies. Meine normale Ration vor ungefähr 15 Jahren: ein Glas in 3 Tagen. Ne, nicht aufs Brot, sondern nebenbei mal so niedergelöffelt. Irgendwann lande ich beim Arzt. Wie immer sind meine Blutwerte super, mein Zustand jedoch erbärmlich. Vielleicht also doch etwas achtsamer auf meine Ernährung achten? Da mein Körper samt Stoffwechsel und kompliziertem Hormonsystem jetzt aber richtig sauer ist, stehe ich vor einer echten Herausforderung, die ich erst mal so angehe:

Das Glas muss weg (und anderes auch!)

Wenn ich diese Zuckersucht loswerden will, ist nix mehr mit Nuss-Nougat-Creme löffeln. Das halbvolle Glas fliegt in den Müll und beim Einkaufen mache ich einen großen Bogen um das verlockende Angebot. Alles aus Weizen – fliegt ebenso raus.

15 Jahre später – wir sind im Jahr 2017 angekommen

Große Fortschritte, wie ich finde. Jeden Tag Gemüse, Salat, selbst gemachtes Müsli mit frischem Obst und allerlei gesundem Zeug drin, nur noch Käse, keine Wurst oder Fleisch. Außerdem liebe ich Nudeln, okay, Kartoffeln manchmal auch. So fühlt es sich richtig für mich an und es macht Spaß – wenn da nicht diese Schokolade wäre. Ich fühle mich total davon abhängig, da ich keinen Tag ohne auskomme. Bis der Tag x kommt, an dem ich eine bewusste Entscheidung treffe.

Ab heute keine Schokolade mehr – damit ich die Zuckersucht endgültig loswerde!

Tag 1 ohne Schokolade: der reinste Horror. Mein Stoffwechsel rebelliert oder die Hormone oder beides, so genau kann ich es nicht sagen. Jedenfalls fühlt sich das an wie eine Überdosis Serotonin-Ausschüttung. Krass! Kleines Panikattäckchen kündigt sich an und meine Hände zittern so, dass mir schier das Käsebrot aus der Hand fliegt, von dem ich gerade abbeißen will.

Tag 2 ohne Schokolade: keine weiteren Zwischenfälle, außer großen Gelüsten nach meiner Schoki – und einen perplex dreinschauenden Ehegatten, als er mir einen Schokoriegel anbietet, den ich dankend mit den Worten ablehne: „Nein danke, ich esse keine Schokolade mehr.“

Aktueller Status zum Projekt „Zuckersucht loswerden“: ein halbes Jahr ohne industriellen Zucker – außer mein Marmeladenbrot zum Frühstück. Das lasse ich mir nicht nehmen, weil ich das so will. Ansonsten war es erschreckend einfach, davon loszukommen. Wie bei allem im Leben geht es um eine bewusste Entscheidung und Willenskraft. Apropos Entscheidung, Ari hat für sich auch eine getroffen, und das sehr bewusst:

Ein Leben ohne Zucker? Never!

Wie du deine Zuckersucht loswerden kannst

Anders als ich würde sie nie im Leben darauf kommen, sich freiwillig vom Zucker zu verabschieden. Zuckersucht kennt sie nicht, für sie ist das bewusstes Genießen.

Morgens ein Käffchen, dazu ein dick mit Marmelade bestrichenes Frühstücksbrötchen. Genuss pur. Oder noch besser: Sich zum Frühstück in ein Cafè oder zum Bäcker setzen und eine schöne Tasse Kaffee mit einem Stück Kuchen bzw. süßen Stückchen genießen.

Für Ariane ist das Lebensgefühl und auch Lebenseinstellung.

Vor einiger Zeit machte sie sich vom fernen Aachen auf für einen 2-Tage-Trip ins ferne Schwäbisch Hall, also zu mir. Andere Menschen würden da zuerst die Wegstrecke checken oder was sie alles mitnehmen wollen. Ari checkte zuallererst die Lage der Bäcker in der Region. Wo gibt es einen Biobäcker mit nachhaltigem Angebot?

Dort saß sie gemütlich an Tag 1 – inklusive höchst zuckerhaltigem Gebäck. Ich hatte erst etwas später Zeit für unser Treffen, also zog sie erst mal alleine zum Frühstück los. Und genau so soll es ja auch sein:

Für jeden so, wie es für sie bzw. ihn passt – mit Zucker oder eben ohne. Für denen einen ist es ein Zwang wie bei mir und man will die Zuckersucht loswerden.  Der andere genießt Süßes sehr bewusst, völlig zwangfrei und ist glücklich damit. Daher gibt es hier für uns kein pauschales richtig oder falsch – allenfalls eine individuelle Entscheidung. Und die ist immer richtig für den, der sie trifft.