Heidi Zinnel und das kleinste 4-Sterne-Hotel der Welt

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Autorin des Artikels: Ulrike Parthen
Titelfoto: Hans Lindner-Emden

 

Wandel bedeutet für sie Chance und gleichzeitig Lebens-Abenteuer. Ängste sieht sie als Lehrmeister, die sie nicht von ihrem Weg abbringen oder davon, Neues entdecken zu wollen – auch nicht mit der Diagnose Krebs in 2014 mit prognostizierter Überlebenschance von maximal 20%.

Heute ist Heidi gesund und voller Tatendrang wie eh und je. Als Alchemistin für den gewählten Wandel unterstützt sie Menschen, die in Phasen von Veränderung auf der Suche nach Lösungen sind. Denn wenn sich jemand mit Wandel auskennt, dann sie.

 

 

Entdeckergeist contra Ängste

Ihr Lebensweg würde locker zwei Bücher füllen und ihr mutiger Entdeckergeist hinterlässt bei mir schlotternde Knie. Niemals würde ich mich das trauen, was Heidi sich bisher traute. Das Unbekannte zieht sie magisch an. Sie war in der ganzen Welt unterwegs und kennt keine Scheu vor nichts. Ängste? „Na, und!“, denkt sie sich und springt trotzdem ins kalte Wasser. Das ist für Heidi pures Leben und ihr neustes Projekt passt da ganz ins Bild: Sie baut derzeit das kleinste 4-Sterne-Hotel der Welt – in der Nähe von Palma auf dem Gelände einer alten Ziegelei.

 

 

Nebenbei ist sie außerdem Coach und hat verschiedene Ausbildungen durchlaufen zu Themen der Quantenheilung, Sexualität und anderes mehr. Ihre Neugier ist quasi unstillbar. Warum das Vorhaben „kleinstes 4-Sterne-Hotel der Welt“ für jemand wie Heidi fast schon normal und doch wieder sensationell ungewöhnlich ist? Sagen wir so: Außer Alchemistin und Globetrotterin ist sie ebenso Bau-Freak. Dabei sind schon einige Bauprojekte durch ihre Hände gegangen. „Nichts Normales“, wie sie sagt. „Das können andere weitaus besser. Ich bin die Spezialistin für das Besondere.“

 

Den eigenen Weg verfolgen

Bei Bauprojekten reizt sie das Spezielle, teils anspruchsvoll und wagemutig. „Bist du verrückt?“, ist eine Frage, die sie in dem Zusammenhang häufig hörte. Aus der Sicht der anderen scheint das vielleicht verrückt – aus Heidis Perspektive wiederum nicht. Pioniere wie sie kennen da keine Scheu und gehen mutig voran. So auch bei ihrem aktuellen Lebenstraum, der wohliger Zufluchtsort auf Zeit für Sinn suchende Menschen werden soll – und gleichzeitig Heidis neues Zuhause. Damit sind wir schon beim ungewöhnlichsten aller Punkte in dieser Sache angekommen.

 

Sesshaft zu werden ist nicht gerade das, was Heidi bisher Glücksgefühle verursachte, eher Fluchtgedanken. Sie kommt und geht, erobert sich neue Welten und lässt sie wieder los. Ihr Lebenswandel ist ein einziger Wandel und das Sesshaft-Werden hat sie in Vergangenheit daher lieber schon mal geübt: mit „Candela“, einem Geschäft für außergewöhnliches Interieur und gleichzeitig Café. Es erreichte mit den Jahren Kultstatus und ist vor Kurzem an einen neuen Besitzer übergegangen. Wieder mal etwas losgelassen und bereit für Neues.

Dank dieser doch recht langen „Übungs“phase, sich für längere Zeit an ein- und demselben Ort niederzulassen (immerhin 20 Jahre!), ist sich Heidi ziemlich sicher, dass sie es nun endgültig schaffen kann – zumal die „alte Ziegelei“ ein magischer Platz für sie ist, der ganz neue Gefühle in ihr auslöst: den unbändigen Wunsch, an diesem Ort für immer bleiben zu wollen. Daher macht sie jetzt ihren eigenen daraus, auch wenn das in Phase eins erst mal eine große Portion an Durchhaltevermögen von ihr abverlangte.

 

Chancen statt Hindernisse

Der liebe Gott, das Universum oder auch das Schicksal – wer immer dafür zuständig ist, hatte mit Heidi zunächst jedoch eine andere Erfahrungsreise vor. Es schickte ihr die Diagnose Krebs ins Leben, kaum dass das Grundstück der alten Ziegelei gekauft war. Während andere in Panik verfallen, hatte Heidi ihre eigene Art, damit umzugehen: mit Humor sowie einer großen Portion Rebellion, wenn man das so nennen will.

„Ich bin dankbar für diese Lebensphase. Sie war mein größter Lehrmeister!“

 

 

Tauchten Ängste auf, verhandelte sie mit ihnen, anstatt sich ihnen auszuliefern. Immer mit reichlich Augenzwinkern. Und dann ging sie einfach ihren ureigenen Weg, wie sie das schon immer getan hatte. Bedeutete in besagtem Fall: OP ja – Hochdosis-Chemo jedoch nein danke! Eine unkonventionelle Entscheidung, wenn man bedenkt, dass Heidi gelernte Krankenschwester ist. Ein bisschen sorgten auch die Umstände für den gewählten Weg, denn als sie zum ersten Chemo-Termin im Krankenhaus, winkte das Schicksal gehörig mit dem Zaunpfahl – mehrfach und deutlich. „Das kann jetzt alles kein Zufall sein“, dachte Heidi sich, schaute (bzw. fühlte) sehr genau hin und sagte „Ich geh dann mal wieder!“

Und wieder die Stimmen „Bist du verrückt?“, wenngleich in anderem Zusammenhang. Nein, nicht verrückt, sondern Klarheit pur. Und das funktioniert grundsätzlich dann, wenn Menschen 100 % bei sich sind und neue Rundumsicht auf eine Sache gewinnen. Bei Herausforderungen sonst eher üblich: ein eingeschränktes Sichtfeld, auch Tunnelblick genannt. Hier ein paar Ängste, dort eine Panik, die den Horizont zusätzlich einschränken – keine gute Basis für eine gute Entscheidung. Dazu sollte man schon das gesamte Spielfeld in Sicht haben. Heidi nutzte das für sich und konnte die Krankheit damit hinter sich lassen.

 

Gelassenheit und Durchhaltevermögen – werden meistens belohnt

 

 

Stell dir vor, du hast einen Lebenstraum. Den gehst du an, weil man dir vorab Zusagen erteilte, die später nicht mehr eingehalten werden. Dann stehst du da auf deinem magischen Plätzchen Erde, das im Ursprungszustand erst mal nur aus sehr viel Dreck und ein paar alten Mauern der ehemaligen Ziegelei besteht. Du willst endlich bauen, darfst aber nicht. Nebenbei bist du mit der Lebensaufgabe „Krebserkrankung“ beschäftigt. Zwei gute Gründe also, um zwischendurch schier zu (ver)zweifeln. Sie war sogar kurz davor, das Bauprojekt ganz aufzugeben. Doch Ari prophezeite ihr schon damals:

„Heidi, gib nicht auf, die Genehmigung wird kommen!“

Was hilft in derlei schwierigen Situationen? Gelassenheit und Humor! Von beidem ist Heidi reichlich gesegnet, was ihr zuerst das gesundheitliche Happyend bescherte und zeitverzögert ein paar Jahre später auch das des kleinsten 4-Sterne-Hotel-Traums der Welt.

Als die Genehmigung dieses Jahr (eine Woche nach ihrem 62. Geburtstag) nach über fünf Jahren endlich eintrudelte, führte Heidi zuerst ein Freudentänzchen auf. Danach gönnte sie sich zusammen mit ihrem Architektenteam eine Flasche Champagner. Was sein muss, muss einfach sein!

Ari freute sich von Deutschland aus mit und sitzt seitdem gedanklich quasi schon auf gepackten Koffern. Sie wird eine der ersten Gäste sein, die in den Genuss von Heidis Gastfreundschaft kommen möchte. Okay, ein wenig Geduld wird sie noch brauchen, im Herbst 2020 soll das Paradies fertig gestellt sein. Alles persönlich und pur, ohne Schnörkel – 3 Hotelzimmer, Pool, kleiner Konferenzraum. Völlige Freiheit für die Gäste, die durch keinerlei fixe Essenszeiten oder Ähnliches eingeschränkt werden. Und wer sich bei Sinnsuche in dieser Oase einen erfahrenen Gesprächspartner und Coach wünscht, findet in Heidi ein wertschätzendes Gegenüber.

Das alles klingt für mich wahrhaft nach Erfüllung eines Lebenstraums. Und wie ich Heidi erlebt habe, – voller Herzenswärme, magischer Aura und positiver Ausstrahlung –, zweifle ich keine Sekunde daran, dass das Projekt Ende nächsten Jahres planmäßig seine Vollendung findet.

By the way: Eine zentrale Rolle spielt Heidi auch in unserem kleinen Blogger Ü50 Making of. Lust, ein bisschen hinter die Kulissen zu gucken? Das kannst du HIER tun und wirst Heidi darin auch wiederfinden.

 

Restliche Fotonachweise:

Entdeckergeist contra Ängste: Hans-Lindner Emden
Den eigenen Weg verfolgen + Chancen statt Hindernisse: Gudrun Otten
Ziegelei: Heidi Zinnel

 

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