13 coole Ü50-Männer mit Bart – und ihre bärtigen Storys

Autorin des Artikels: Ulrike Parthen
Titelfoto und Model: Rüdiger Lutz

Wir Frauen kennen uns mit Hormonschwankungen aus, mit Wimperntusche und dem Kinderkriegen. Bärte aber sind so gar nicht unser Thema. Daher kämen wir auch nie auf die Idee, einen Artikel über Bartpflege zu schreiben.

Bärte interessieren uns trotzdem brennend oder besser gesagt, die Geschichten dahinter. Warum tragen Männer Bärte, was sind das für Typen und überhaupt? Also fragen wir mal nach. Dabei kommen wir spannenden Storys von 13 Männern auf die Spur, die es damit in diesen Artikel geschafft haben – inklusive sehr charismatischer Fotos. Wenn diese grandiose Aussicht jetzt nicht zieht, um diesen Artikel zu lesen, wissen wir auch nicht …

 

Lebensgefühl oder was?

So viel steht schnell fest: Es gibt zwei Kategorien von Männern. Für die einen ist Bart klarer Kult und Lebensgefühl. Die anderen sind einfach nur zu faul zum Rasieren. Zwei dieser Exemplare konnten wir auch auftreiben, die dem Artikel den krönenden Abschluss verleihen. Einer davon ist zufällig mein Ehemann, der eine weitere tragende Rolle bei dieser Frage spielt:

Wer darf auf den Titel?

Wir wollen ja keinen unserer Männer durch Titelbild-Krönung bevorzugen – oder im umgekehrten Fall benachteiligen. Daher muss Rüdi dafür herhalten!

Der Mann also, der sonst immer hinter der Kamera steht und mit Ari eines gemeinsam hat: Er ist partout fast nie vor eine Linse zu kriegen. Wäre ja einfach, denn als Fotograf steht er ja sowieso schon dauernd dahinter. Der Weg wäre also nicht weit.

Sein Bart hat gerade die optimale „Keine Lust zum Rasieren-Länge“ für unser Vorhaben. Nach einer Argumentationssalve meinerseits, warum er sich jetzt ausnahmsweise mal nicht so zieren soll und unser Artikel alleine von ihm abhängt, willigt er grummelnd ein.

Kurz vor Shooting: Herr Fotograf kümmert sich um die Technik. Ich um gute Stimmung. Das Model soll ja bei Laune gehalten werden, wenn seine völlig fototechnisch unbegabte Ehefrau den Auslöser betätigt.

Los geht’s!

Am Ende haben wir das Projekt „Titelbild“ erfolgreich gemeistert, wie du sehen kannst. Damit kann ich an der Stelle elegant zu unseren Männern und ihren lustigen Bart-Geschichten überleiten. Viel Spaß beim Lesen (und Bildchen gucken).

 

Thomas Moritz

Warum trägt Thomas einen Bart? Ganz einfach, weil er ohne scheiße aussieht. Zumindest behauptet er das von sich selbst. Damit ist auch geklärt, warum er diesen Bart schon ewig hat – eigentlich schon immer. Und das ging im Prinzip bereits als Kind los. Thomas‘ Lieblingsspielzeug: Big Jim und dessen bärtiger Kompagnon, von dem er leider den Namen vergessen und daher extra für diesen Artikel noch mal recherchiert hat. Big Josh, nennt sich der Kerl. „So einen Bart will ich auch mal haben“, war als Knirps jedenfalls sein Wunsch. Wie man sieht, naja, ohne Worte. Früher trug er ihn etwas kürzer. Warum er inzwischen um einiges gewachsen ist, da muss ich kurz ausholen. Wir Frauen kennen das ja: Beziehung zu Ende, neue Frisur muss her. So in etwa lässt sich diese Veränderung auch bei Thomas erklären. Und alle finden das toll (wir übrigens auch!).

 

Tom Jung

Trägt schon Bart, seit die ersten Barthaare gesprossen sind – erst den so genannten Pornobalken, dann Dreitagebart, irgendwann wurde er länger und länger. Da kann man schon mal mit dem Nikolaus verwechselt werden: „Gell Nikolaus, dir ist auch ganz warm, deswegen hast du deine Mütze heute nicht auf“, spricht ihn eine Vierjährige im Supermarkt an. Ansonsten mag Tom fast alles und jeden – außer, wenn man ihm ungefragt in den Bart greift. Suppe löffeln ist eher semi-praktisch mit so einem Kunstwerk von Bart, daher nutzt er dazu gern eine Suppentasse. Burger essen dagegen klappt wunderbar. Es sei denn, er ist besonders „flutschig“ belegt. In dem Fall müssen es Messer und Gabel richten – zwar ein bisschen drüber in punkto Burger verspeisen, aber man will die Umgebung ja nicht schockieren (und den Bart sauber halten).

 

Karl-Heinz Hirschberger

Neidisch schielt Karl-Heinz zu seinen Schulkameraden rüber, bei denen alle schon die ersten Barthaare sprießen. Bei ihm: rein gar nichts! Irgendwo hat er gelesen, man solle sich einfach trotzdem rasieren, das würde den (noch nicht vorhandenen) Bartwuchs fördern. Also nix wie heimlich im Bad eingeschlossen und Vaters Rasierzeug ausprobiert. Aua! Die Folgen dieser Aktion sieht man noch heute in Form einer Narbe. Dazwischen liegen Jahrzehnte, in denen ihn das Thema Bart nicht interessierte – bis zu dem ersten Konzert für und mit seiner Tochter, bei welchem auch Gil Ofarim aufgetreten ist. „Wow, dieser Bart! Ich will auch einen!“, lautet sein Entschluss. Seine Frau findet die Idee prima. Also her mit dem Bart. Die Pflege gestaltet sich anfangs herausfordernd und Barbiere finden sich zu der Zeit noch nicht mal in der Landeshauptstadt Stuttgart. Also perfektioniert er seine Bartschneide-Kenntnisse selbst. Inzwischen ist Karl-Heinz bei diversen Modelagenturen als Male-Model gelistet.

 

Michael Krämer

Michael sieht seinen Bart selbst recht unspektakulär – bis er dann diese Karibik-Kreuzfahrt macht. Es fängt harmlos an mit einer Gaudi, die sich „The Voice auf Ocean“ nennt. Kleiner Wettbewerb zur Gästebespaßung. Michael gewinnt den zweiten Platz. So weit so gut und an sich keine große Sache. Doch nach diesem Wettbewerb steht das halbe Kreuzfahrtschiff Kopf. Jeder, wirklich jeder spricht ihn plötzlich auf seinen Style und vor allem seinen tollen Bart an. Danach hat er dann auch verstanden, dass er mit seiner Einschätzung „Ist doch total unspektakulär“ völlig danebenlag. Gut so, sonst könnten wir diese ganzen schönen Bartbilder von ihm heute gar nicht anschauen. Weiter so!

 

 

Ingo Runge

Ingos Bartgeschichte ist äußerst simpel: Irgendwann hat er „Bart“ eben für sich entdeckt. Und damit ist die Story fast schon wieder zu Ende. Großes Brimborium darum macht er daher auch nicht. Einmal die Woche mit dem Bartrasierer ein wenig in Form bringen und gut ist. Nur eines findet er in Sachen Bart dann schon ziemlich vorteilhaft: Plötzlich fliegen 20 Jahre jüngere Frauen auf ihn. Damit ist jetzt auch geklärt, warum Ingo seinen Bart supi findet – im Gegensatz zu früher. Da war er eher stolz, dass man ihn (bartlos) 10 Jahre jünger schätzte. „Hey, 10 Jahre jünger! Das mache ich mir doch nicht mit einem Bart zunichte“, dachte er sich. Sieht er heute natürlich anders – den Frauen sei Dank!

 

 

Bernd Funke

Gespräch unter Männern: „Bernd, warum lässt du dir  keinen Bart wachsen?“, fragte ihn ein Freund vor 15 Jahren. Jo, warum eigentlich nicht. Also das Ding sprießen lassen. Eines Tages sitzt er mit besagtem Freund in einem Café. Gezielten Schrittes kommt eine Dame auf ihn zu: „Hallo, ich bin Modelscout und Sie sehen seriös und nach Geld aus.“ Bei diesem Satz verschluckt sich Bernd vor Lachen an seinem Bier. „Wir suchen ein Model für eine Bankenkampagne. Haben Sie Lust?“, erklärt die Dame weiter. Und auch wenn Bernd das alles urkomisch findet, geht er da einfach mal hin. Scheint’s haben die Verantwortlichen beim Casting dieselbe Meinung wie die Dame. Er wird gebucht. Bernd, the model is born. Seitdem steht er ständig vor der Kamera. Ein Träumchen für ihn, da er insgeheim schon immer mal ins Rampenlicht wollte.

 

Mike Franke

Der Mann und sein Bart – für Mike klare Sache: Es ist eine Frage des Charakters, des persönlichen Styles und damit auch Lebensgefühl. Oder wie er das selbst ausdrückt: „Bart ist Fashion. Bart ist Style. Bart ist Kultur!“ Aber gepflegt muss er sein, egal ob Drei,- Fünf- oder Siebentagebart. Alles andere geht für ihn gar nicht. Und was sagen die Frauen dazu? Die mögen seinen Fünftagebart außerordentlich. Kein Wunder, denn der liegt seit Jahren schwer im Trend. Kein Wunder also, dass Mike mit seinem Bart gefragtes Commercial Model ist. So sind wir ja erst auf ihn aufmerksam geworden und haben ihn schwupp, rüber in unseren 50plusstyle-Bartartikel geholt.

 

 

Mickey Spillane

„Da gibt es keine Geschichte“, erklärt uns Mickey, als wir ihn auf seinen Bart ansprechen. Das heißt, vielleicht ja doch, denn seine Story ist die, dass er seinen Bart keinesfalls mehr vom Barbier schneiden lässt. Nicht, weil die schlecht arbeiten. Er hatte nur dreimal Pech und war mit dem Ergebnis so gar nicht zufrieden. Seitdem lässt er keinen mehr ran an sein bärtiges Gesamt-Kunstwerk. „Wie kriegst du das so schön gleichmäßig hin?“, wollen wir wissen: „Mit viiiiel Geduld, Haar für Haar.“ Klingt nach sehr viel Zeit, die er dafür im Badezimmer verbringen muss. Außerdem verrät er uns noch eine Insider-Info: Es soll tatsächlich Männer geben, die ihren Bart färben, damit er voller aussieht. Macht er allerdings nicht, denn er ist mit seinem ganz zufrieden.

 

Jens Knierim

Eine Ähnlichkeit wie aus dem Gesicht geschnitten, oder? Jedenfalls spielen Lamas eine entscheidende Rolle in Jens‘ bärtiger Geschichte – und nebenbei gesagt ebenso bei seiner Arbeit, der tiergestützten Pädagogik. Auch wenn die Wendungen in dieser Geschichte lustig sind, beginnt sie eher dramatisch mit einem großen Verlust. Nach dem Tod eines Freundes nimmt Jens dessen beiden Alpakas bei sich auf und gründet damit quasi eine Lama-Alpaka-WG. Die Haltung und Pflege von zwei weiteren Tieren will irgendwie finanziert werden, also geht Jens in die kreative Ideenfindungsphase über. Ergebnis: zwei von einer Seifenköchin eigens hergestellte Bartseifen, die aus dem Vlies der Tiere gesiedet werden. Ein Win-Win für beide Seiten: Die bärtigen Männer dieser Welt erhalten damit ein natürliches Pflegeprodukt und die Alpakas freuen sich über die Einnahmen daraus. Bingo!

 

Frank Schuba

Sein Bart und er mussten sich erst noch finden. Gewollt hätte Frank den ja gern schon viel früher, doch da war ja noch die Sache mit der Arbeit: Ein bärtiger Elektroniker im Hygienebereich – das sind zwei Dinge, die so nicht zusammenpassen wollen. Entweder er trägt dabei eine Bartbinde oder rasiert sich. Den ganzen Tag mit Bartbinde herumzulaufen, naja, nicht so das Prickelndste auf Gottes Erdboden. Daher verzichtet er lieber auf Bart. Dann aber, als er irgendwann den Job wechselte, kommt, was kommen musste: welcome Bart! Den pflegt er übrigens ganz gern mit Bartöl. Aber eher deswegen, weil es so gut duftet. Von sich selbst sagt er, der Bart würde ihn älter aussehen lassen. Können wir so zwar nicht feststellen und sowieso, 51 ist ja noch kein Alter.

 

Gunnar Felgentreu

Entdeckte die Liebe zum Bart erst spät, dafür so richtig. „Ich rasiere mich jetzt nicht mehr, dann spare ich Zeit“, lautete der Entschluss. Kleiner Joke, wie er bald merkte. Seine Töchter finden ihn damit cool und die Frauen grundsätzlich auch. „Darf ich mal anfassen?“, so die gängige Frage. Aber hallo, sein Bart ist ihm heilig. Er geht ja auch nicht durch die Straßen und fragt die Damen mit interessanter Oberweite, naja, ohne Worte. Die Fragen bei Dates amüsieren ihn: „Wie ist das beim Küssen?“ Ein Genießer lächelt und schweigt. Wenn er in Berlin unterwegs ist, wird er zum Hingucker-Mittelpunkt. Und dass Rolf Scheider ihn dort entdeckt hat und in seiner Modelkartei haben wollte, ehrt ihn. Inzwischen ist er in mehreren Agenturen gelistet und erfreut sich des bärtigen Lebensgefühls. Bart, Frisur, Style, Alter – das ist Gunnar durch und durch.

 

 

Bart aus Faulheit? Jo, so was gibt’s auch!

       

Erich Böck (links bzw. oben) nennt seinen Bart in dem Zusammenhang ein „Gestrüpp“. Und Rüdi Lutz (rechts bzw. unten) darf seinen Bart sowieso nur bis maximal „Dreitages-Länge“ herunter stutzen – aus einfachem Grunde: Seine Ehefrau steht auf Bärte. Das kommt ihm als rasierfaulem Mann nicht ganz ungelegen.

Irgendwann allerdings, wenn die Barthaare sich so langsam wild in alle Himmelsrichtungen biegen, merke ich dann schon mal an: „Wenn du nicht willst, dass dich jeder da draußen für einen Landstreicher hält, solltest du vielleicht schon mal wieder …“

Damit sind wir auch schon am Ende unserer bärtigen Tatsachen angekommen und gleichzeitig am Ende dieses spannenden Artikels. Vielen Dank an alle, dass ihr so spontan mitgemacht habt.